Leserbrief zum Artikel „Der ‚Rohstoff‘ Bildung soll höheren Stellenwert erhalten“ , WN Nr. 92 vom 21.4.2005, Lengerich
Leider konnte ich die Veranstaltung mit dem schulpolitischen Sprecher der Landtagsfraktion der CDU, Herrn Recker, nicht besuchen und kann mich also – wie viele andere Leser wahrscheinlich auch – nur auf den Artikel beziehen. Offensichtlich arbeitet die CDU gern mit dem Begriff „Einheitsschule“, wobei sie wahrscheinlich darauf spekuliert, dass der Bürger mit diesem Begriff sofort andere, negativ besetzte Begriffe wie „Einheitspartei“, „Einheitsgewerkschaft“, „Einheitslohn“ oder gar „DDR“ verbindet. Dabei ist die „Schule für alle“, wie sie in anderen Ländern hervorragend funktioniert und auch hierzulande verstärkt propagiert wird, eine Schule der Vielfalt, die eben nicht Einheiten wie „Sonderschüler“, „Hauptschüler“, „Realschüler“, „Gymnasiasten“ und „Privatschüler“ schafft. Die Leistungsfähigkeit dieser real existierenden Einheitsschulen durch den Einsatz von mehr Lehrern zu verbessern ist ein Stück weit so, als würde die Bahn versuchen, die Pünktlichkeit ihrer Züge durch den Einsatz von mehr Schaffnern oder Lokomotivführern zu erhöhen. Herr Recker sollte sich vielleicht einmal in schwedischen oder finnischen Schulen umschauen, oder einfach mal (Warum denn in die Ferne schweifen …) z.B. die Helene-Lange-Schule in Wiesbaden oder die Laborschule in Bielefeld besuchen. Vielleicht lernt er aber auch schon dadurch das Wichtigste, indem er einfach mal nachfragt, warum bei der Ausbildung von Polizeipferden in NRW die jungen, unerfahrenen Pferde mit älteren, ausgebildeten Pferden zusammen auf Streife geschickt werden!?