Dass es in Finnland einen breiten gesellschaftlichen Konsens zu geben scheint, der die eine „Schule für Alle“ trägt, das hat mich am stärksten beeindruckt. Und dass die finnische Gesellschaft, die ja immerhin auch auf einem kapitalistischen Wirtschaftssystem basiert, bereit ist, so viel Geld für ihren Nachwuchs auszugeben.
Es geht um Lernen! – Es soll keiner verloren gehen!
Warum Finnland Schule macht
Löhner Reisegruppe informiert sich über das Bildungssystem im hohen Norden
VON WIEBKE JOHANNING
Löhne. Die Finnen machen alles richtig. Jedenfalls wenn man der Pisa-Studie Glauben schenkt.
Von einer einwöchigen Fortbildungsreise nach Jyväskylä in Mittelfinnland sind am Wochenende Anne Engelhardt, Kreisvorstandssprecherin und Lengericher Ratsmitglied der Grünen, und Cornelius Hüdepohl, Mitglied „der Initiative Eltern/Schule Tecklenburger Land (dIESTL)“ aus Tecklenburg, zurückgekehrt.
Stockholm: Für den Weg vom Viking-Terminal zum Bahnhof gönne ich mir ein Taxi. Der Fahrer ist Neuschwede, was sowohl an seinem Äußeren wie auch an der Lizenz am Armaturenbrett unschwer zu erkennen ist. Auf meine Frage, wie lange er schon in Schweden lebe, antwortet er, dass er mit zehn Jahren zur Zeit des Krieges zwischen Iran und Irak mit seinen Eltern nach Schweden gekommen sei und seit 17 Jahren hier lebe.
Eine Schule für alle, warum geht das hier in Finnland und nicht bei uns zuhause, so fragen wir uns immer wieder. Einfache Antworten auf diese Frage gibt es nicht, aber ein Bündel von Teilantworten kommt im Laufe der Zeit zusammen. Als ein wichtiger Aspekt wird der Mentalitätsunterschied genannt, der sich auch im anderen Kommunikationsverhalten der Finnen zeigt. Man ist geduldiger hier, drängt sich nicht vor, versucht, nicht anzuecken, stellt sich nicht so in den Vordergrund.